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Tikal tikalpark.de

Tikal · Besuch

Sonnenaufgang am Tempel IV

Kurz gesagt

  • Start mitten in der Nacht, Aufstieg auf Tempel IV im Dunkeln.
  • Es braucht ein Sonderticket und eine geführte Gruppe.
  • Die Sonne sieht man oft nicht – morgens liegt regelmäßig Nebel über dem Wald.
  • Der eigentliche Gewinn ist das Erwachen des Waldes, nicht der Sonnenaufgang.

Die Sonnenaufgangstour ist das bekannteste Angebot in Tikal und steht in jedem Reiseprogramm. Sie ist es wert – aber aus einem anderen Grund als dem, den der Name nahelegt.

Wie sie abläuft

Abfahrt ist mitten in der Nacht, aus Flores gegen drei Uhr, aus El Remate entsprechend später. Vom Parkplatz geht es im Dunkeln zu Fuß durch den Wald, mit Taschenlampe, in der Gruppe. Der Weg dauert eine gute halbe Stunde.

Dann folgt der Aufstieg auf Tempel IV über die Holztreppe an der Flanke. Oben sitzt man auf der Plattform und wartet.

Ohne Sonderticket und geführte Gruppe geht das nicht, siehe Öffnungszeiten und Eintritt.

Die Sache mit dem Nebel

Hier ist die Erwartung zu dämpfen. Über dem Petén liegt am frühen Morgen sehr häufig Nebel, besonders in der Regenzeit und in den Monaten danach. Statt eines Sonnenaufgangs über dem Blätterdach sieht man dann eine graue Wand, und die Sonne wird erst sichtbar, wenn sie längst aufgegangen ist.

Das ist kein seltener Zufall, sondern der Normalfall. Wer die Tour bucht, sollte damit rechnen und nicht enttäuscht sein. Vollständig klare Morgen gibt es am ehesten in der Trockenzeit, siehe Beste Reisezeit.

Warum sie sich trotzdem lohnt

Der Grund, früh aufzustehen, ist nicht das Licht, sondern der Ton.

Kurz vor Hellwerden setzt der Wald ein, und zwar in einer Reihenfolge. Zuerst die Brüllaffen, deren Rufe aus mehreren Richtungen kommen und sich gegenseitig auslösen. Wer nicht weiß, was das ist, hält es für ein sehr großes Tier; es klingt eher nach Raubtier als nach Affe. Dann Vögel, dann Insekten, immer dichter, bis das Ganze eine geschlossene Fläche ist.

Auf einer Tempelplattform über dem Blätterdach zu sitzen, während das passiert, ist das eigentliche Erlebnis – und es funktioniert auch bei Nebel. Es funktioniert bei Nebel sogar besser, weil man nichts sieht und nur hört.

Praktisches

Es ist morgens kühler als erwartet, auf der Plattform zieht es, und man sitzt still. Eine leichte Jacke ist sinnvoll. Der Stein ist feucht, eine Unterlage angenehm.

Nach dem Sonnenaufgang ist man gegen sieben wieder unten und hat den Park für zwei bis drei Stunden fast für sich, bevor die Tagesgruppen eintreffen. Diese Zeit ist der unterschätzte Teil der Tour.