Übernachten am Park
Kurz gesagt
- Drei Häuser liegen direkt am Parkeingang, dazu ein Zeltplatz.
- Der einzige, dafür große Vorteil: Man ist bei Öffnung schon da.
- Strom, Netz und Auswahl sind eingeschränkt, die Preise trotzdem höher als in Flores.
- Die Alternative sind Flores oder El Remate mit Anfahrt am Morgen.
Am Parkeingang, hinter dem Kontrollposten und vor dem eigentlichen Waldweg, liegt ein kleines Areal mit Parkplatz, Verwaltung, zwei Museen und drei Unterkünften. Wer dort schläft, ist der einzige Besuchertyp, der den Park ohne Anfahrt betritt.
Was am Eingang liegt
Es sind drei Häuser, seit Jahrzehnten dieselben: die Jungle Lodge, das Tikal Inn und das Jaguar Inn. Sie unterscheiden sich in Größe und Ausstattung, nicht im Prinzip: einfache Zimmer oder Bungalows im Wald, ein Restaurant, ein Garten. Dazu gibt es einen Zeltplatz mit Stellflächen und Hängemattenunterständen.
Alle drei sind das ganze Jahr über gut ausgelastet, weil es keine Ausweichmöglichkeit gibt. In der Trockenzeit und über die Feiertage sind sie regelmäßig Wochen im Voraus ausgebucht.
Direkt buchen, nicht spontan hinfahren. Es gibt am Eingang keine vierte Adresse, und die nächste Unterkunft steht 30 Kilometer entfernt in El Remate. Wer ohne Zimmer ankommt und keins bekommt, fährt abends zurück - und die Straße ist nach Einbruch der Dunkelheit keine, auf der man gern unterwegs ist.
Was es praktisch bringt
Der Gewinn liegt in zwei Stunden, morgens und abends.
Morgens: Die Tagesgäste aus Flores treffen frühestens gegen neun ein, weil die Shuttles gebündelt starten und die Fahrt eine gute Stunde dauert (Anreise über Flores). Wer am Eingang übernachtet, steht bei Öffnung am Tor und hat den Großen Platz praktisch für sich. Der Unterschied ist nicht nur die Ruhe: In diesen Stunden ist es kühl, das Licht ist flach, und die Tiere sind aktiv.
Abends: Dasselbe rückwärts. Wenn die letzten Shuttles weg sind, wird es im Park still, und die Brüllaffen setzen wieder ein. Nachts sind sie aus dem Zimmer heraus zu hören, was die meisten Gäste beim ersten Mal aus dem Schlaf holt.
Wer die Sonnenaufgangstour machen will, spart die nächtliche Anfahrt komplett - aus Flores heißt sie Abfahrt gegen drei Uhr.
Was man dafür aufgibt
Der Komfort liegt unter dem, was der Preis erwarten lässt. Das ist keine Schlamperei, sondern die Lage: Alles muss über dieselbe Straße herangefahren werden, und das Areal hängt nicht am regulären Netz.
- Strom kam über Jahre nur zu bestimmten Tageszeiten aus einem Generator. Die Häuser haben nachgerüstet, aber auf eine durchgehende Versorgung sollte man sich nicht verlassen. Powerbank einpacken.
- WLAN und Mobilfunk sind schwach bis nicht vorhanden. Für einen Tag ist das erholsam, für Arbeitsreisende ein Problem.
- Essen gibt es nur im jeweiligen Restaurant, mit kleiner Karte und festen Zeiten. Wer abends spät zurückkommt, findet unter Umständen nichts mehr.
- Insekten sind ernst zu nehmen, der Wald steht direkt daneben. Moskitonetz oder geschlossene Fenster und Repellent gehören dazu.
Flores oder El Remate
Die meisten Besucher schlafen in Flores. Dort gibt es Auswahl in jeder Preisklasse, Restaurants, Geldautomaten und den Flughafen nebenan. Der Preis dafür ist die Anfahrt und die feste Rückfahrzeit der Shuttles.
El Remate auf halbem Weg ist der Kompromiss: rund 30 Minuten zum Park, ruhiger als Flores, spürbar günstiger als der Parkeingang. Für die frühe Morgenrunde reicht das fast ebenso gut.
Für wen sich der Park lohnt
Für zwei Tage. Wer nur einen einzigen Tag in Tikal hat und ihn ab neun Uhr verbringt, bekommt vom Übernachten am Eingang wenig zurück. Wer aber zwei Tage bleibt und den zweiten Morgen früh nutzt, hat den Park zweimal in seiner besten Stunde gesehen - und genau darum geht es (siehe Rundgang durch den Park).