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Tikal · Bauwerke

Der Große Platz

Kurz gesagt

  • Der Große Platz ist das Zentrum Tikals und von vier Seiten gefasst.
  • Im Osten Tempel I, im Westen Tempel II, im Norden die Nordakropolis.
  • Der Boden war Kalkstuck, mehrfach erneuert, in Schichten übereinander.
  • Auf ihm stehen die Stelenreihen mit den Altarsteinen.

Der Große Platz, spanisch Gran Plaza, ist die Bühne Tikals. Wer den Waldweg vom Eingang her kommt, tritt unvermittelt aus dem Grün auf eine weite helle Fläche, und erst hier erschließt sich, wie die Bauwerke aufeinander bezogen sind.

Wie er gefasst ist

Der Platz ist an allen vier Seiten begrenzt, jede mit einer eigenen Aufgabe:

  • Osten: Tempel I, der Grabtempel des Jasaw Chan K’awiil I., 47 Meter hoch und steil.
  • Westen: Tempel II, niedriger und breiter, mit einer Treppe, die man heute über eine Holzkonstruktion besteigen darf.
  • Norden: die Nordakropolis, kein einzelnes Bauwerk, sondern ein über Jahrhunderte gewachsener Hügel aus Grabtempeln.
  • Süden: die Zentrale Akropolis, der Palastbereich, niedrig und vielgliedrig.

Diese Anordnung ist kein Zufall. Gegenüber dem Grabtempel des Herrschers steht der Bau, der mit seiner Gemahlin verbunden wird, nach Norden die Ahnen, nach Süden die lebende Verwaltung. Der Platz ist die Mitte dieser Ordnung.

Der Boden

Was heute wie eine Rasenfläche wirkt, war ein durchgehender heller Kalkstuckboden. Grabungen haben mehrere Schichten übereinander freigelegt: Der Platz wurde über die Jahrhunderte immer wieder erneuert und dabei angehoben.

Der Stuck hatte einen zweiten Zweck. Er versiegelte den Untergrund, und das Regenwasser lief nicht im Karst weg, sondern über flache Gefälle in die Reservoirs der Stadt. Repräsentation und Wasserversorgung waren dasselbe Bauwerk.

Die Stelen

Auf dem Platz und am Fuß der Nordakropolis stehen Reihen von Stelen mit ihren Altarsteinen. Sie stammen aus verschiedenen Jahrhunderten und wurden zum Teil später umgestellt, sodass die heutige Anordnung nicht durchgehend die ursprüngliche ist.

Wie er einmal aussah

Alle vier Seiten waren verputzt und rot gefasst, dazu Stuckfiguren an den Dachkämmen und Friesen. Der Platz war also kein graues Steinfeld, sondern eine geschlossene rote Fassung um eine weiße Fläche - bei mittäglicher Sonne von erheblicher Wirkung.

Für Besucher ist der frühe Morgen die ruhigste Zeit. Die Shuttlegruppen aus Flores treffen gebündelt gegen Mittag ein, danach ist der Platz für ein bis zwei Stunden gut gefüllt.

Rekonstruktion des Großen Platzes mit Tempel I, Tempel II und der Nordakropolis
Der Große Platz um 750: rot gefasste Fassaden, heller Stuckboden, Stelen mit Altären. Mit KI erzeugte Rekonstruktionszeichnung, kein Foto.
Rekonstruktion des Großen Platzes mit Tempel I, Tempel II und der Nordakropolis

Der Große Platz um 750: rot gefasste Fassaden, heller Stuckboden, Stelen mit Altären. Mit KI erzeugte Rekonstruktionszeichnung, kein Foto.

Zuletzt überarbeitet am 22.08.2026.

Quellen