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Tikal · Bauwerke

Tempel II: der Maskentempel

Kurz gesagt

  • Rund 38 Meter hoch, am Westrand des Großen Platzes, gegenüber Tempel I.
  • Wird mit der Gemahlin des Jasaw Chan K’awiil I. in Verbindung gebracht.
  • Der Name stammt von Stuckmasken an den Seiten der Treppe.
  • Er darf bestiegen werden – von hier kommt der klassische Blick auf Tempel I.

Tempel II steht dem Tempel I am Großen Platz genau gegenüber. Er ist mit rund 38 Metern niedriger, dafür breiter und weniger steil.

Ein Paar, kein Einzelbau

Die beiden Tempel sind zusammen geplant. Sie stehen sich auf einer Achse gegenüber und fassen den Platz zwischen sich. Das ist ungewöhnlich: In den meisten Maya-Städten stehen Tempel dieser Größe nicht als Gegenüber.

Tempel II wird mit Lady Kalajuun Une’ Mo’ in Verbindung gebracht, der Gemahlin des Jasaw Chan K’awiil I. Ein Türsturz zeigt eine weibliche Figur. Anders als bei Tempel I wurde hier allerdings keine Grabkammer gefunden – ob der Bau tatsächlich als ihr Grabtempel gedacht war und die Bestattung anderswo liegt oder nie stattfand, ist offen.

Die Masken

Der Name „Maskentempel“ kommt von großen modellierten Stuckmasken, die seitlich der Treppe saßen. Erhalten sind Reste; die vollständige Fassung ist nur in Umrissen rekonstruierbar.

Solche Masken sind an frühen Maya-Bauten häufig und stellen meist Gottheiten oder Ahnenwesen dar. Sie waren farbig gefasst wie die Fassade selbst.

Der Aufstieg

Anders als Tempel I darf Tempel II bestiegen werden, über eine Holztreppe an der Vorderseite. Der Aufstieg ist kurz und leichter als der auf Tempel IV.

Oben hat man den Blick, den fast jedes Foto von Tikal zeigt: über den Großen Platz hinweg auf Tempel I, dahinter der Wald. Weil man dabei nach Osten schaut, steht die Sonne am Vormittag ungünstig. Am späten Nachmittag liegt Tempel I im vollen Licht – das ist die Stunde für dieses Bild.

Von oben ist außerdem gut zu sehen, wie die Nordakropolis gebaut ist: kein einzelner Bau, sondern ein Gewirr aus Plattformen und kleinen Tempeln, das von unten schwer zu lesen ist.

Quellen

  • Simon Martin, Nikolai Grube: Chronicle of the Maya Kings and Queens, Thames & Hudson.