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Tikal tikalpark.de

Tikal · Natur im Park

Klammeraffen

Kurz gesagt

  • Der Geoffroy-Klammeraffe ist im Park deutlich öfter zu sehen als der Brüllaffe.
  • Er hat keinen Daumen an der Hand – die vier Finger wirken als Haken.
  • Der Greifschwanz ist eine vollwertige fünfte Extremität.
  • Sie kommen tief herunter und beobachten Besucher zurück.

Brüllaffen hört man, Klammeraffen sieht man. Wer im Park länger stehen bleibt und nach oben schaut, bekommt fast sicher welche zu Gesicht.

Gebaut fürs Blätterdach

Der Geoffroy-Klammeraffe (Ateles geoffroyi) ist schlank, langgliedrig und im Vergleich zum Brüllaffen leicht. Seine Fortbewegung ist das Hangeln von Ast zu Ast, oft in erstaunlichem Tempo und mit Sprüngen über größere Lücken.

Dafür ist er in mehreren Punkten spezialisiert. Die Arme sind länger als die Beine. Der Daumen ist zurückgebildet oder fehlt ganz – die vier verbleibenden Finger bilden einen Haken, der beim schnellen Umgreifen nicht stört. Und der Greifschwanz ist an der Unterseite der Spitze unbehaart und griffig wie eine Handfläche; er trägt das gesamte Körpergewicht und wird zum Greifen von Früchten benutzt.

Verhalten

Klammeraffen leben in größeren Verbänden, die sich in wechselnde Untergruppen aufteilen. Sie sind vorwiegend Fruchtfresser und legen dabei weite Strecken zurück – als Samenverbreiter spielen sie im Wald eine wichtige Rolle.

Gegenüber Menschen sind sie neugierig. Sie kommen tiefer herunter als Brüllaffen, schauen zurück und beobachten in Ruhe. Gelegentlich schütteln sie Äste oder werfen Zweige herab, wenn ihnen jemand zu nah kommt oder zu lange stehen bleibt.

Abstand halten und nicht füttern. Was wie Kontaktaufnahme wirkt, ist meist eine Aufforderung, weiterzugehen. Gefütterte Affen werden aufdringlich, und ein Biss durch einen Wildtierzahn ist im Petén ein ernstes Problem – die nächste Klinik ist weit.

Wo man sie sieht

An den Rändern der Plätze, entlang der Wege und besonders dort, wo fruchtende Bäume stehen. Anders als beim Brüllaffen hilft es hier, auf Bewegung im Kronenraum zu achten statt auf Geräusche: Klammeraffen sind vergleichsweise still, aber sie bringen die Äste in Bewegung.

Der Bestand gilt bestandsweit als gefährdet, vor allem durch Waldverlust. Innerhalb des Nationalparks sind die Bedingungen vergleichsweise gut – der Park ist auch ein Naturschutzgebiet, nicht nur eine archäologische Stätte.