Tikal als Yavin 4
Kurz gesagt
- Tikal steht in Krieg der Sterne (1977) für den Rebellenstützpunkt auf Yavin 4.
- Gedreht wurde von der Plattform des Tempels IV aus.
- Die Einstellung dauert nur wenige Sekunden.
- Der Blick über das Blätterdach ist derselbe wie damals – und frei zugänglich.
Wer Tikal zum ersten Mal von oben sieht, hat das Bild oft schon im Kopf, ohne zu wissen woher. Der Grund ist ein Film.
Die Szene
In Krieg der Sterne von 1977 erreichen die Rebellen ihren Stützpunkt auf dem Dschungelmond Yavin 4. In einer kurzen Einstellung fliegen zwei Raumschiffe über ein weites Blätterdach, aus dem Tempeldächer ragen.
Diese Aufnahme entstand in Tikal, von der Plattform des Tempels IV aus, mit Blick nach Osten auf die Dachkämme der anderen Tempel. Die Raumschiffe wurden nachträglich eingefügt.
Die Szene ist kurz – wenige Sekunden. Es gab kein Filmteam, das monatelang vor Ort war, und keine gebauten Kulissen. Was man sieht, ist der Park, wie er ist.
Warum ausgerechnet hier
Der Blick von Tempel IV hat eine Eigenschaft, die kaum eine andere archäologische Stätte bietet: Man sieht keine Ruinenlandschaft. Man sieht einen geschlossenen Wald, aus dem einzelne Bauwerke herausstehen, ohne erkennbaren Zusammenhang, ohne Straßen, ohne Umgebung. Genau das braucht ein fremder Planet.
Dieselbe Eigenschaft macht den Ort auch ohne Film besonders. Tikal ist die einzige große Maya-Stadt, bei der der Wald hoch genug steht, um die Stadt zu verbergen und die Tempel gleichzeitig zu überragen.
Was man heute sieht
Die Aussicht ist unverändert und frei zugänglich: Die Holztreppe an der Flanke von Tempel IV führt auf dieselbe Plattform. Ein Hinweisschild auf den Film gibt es nicht, und im Park wird die Sache nicht besonders herausgestellt.
Wer die Einstellung nachstellen will, sollte auf das Licht achten. Gefilmt wurde in Richtung der aufgehenden Sonne; am Nachmittag steht man gegen das Licht. Zu den frühen Stunden siehe Sonnenaufgang am Tempel IV.
Auf einigen Seiten kursiert, spätere Teile der Reihe seien ebenfalls in Tikal gedreht worden. Belegt ist die Verwendung des Ortes für den ersten Film von 1977. Für die Nachfolger entstanden die Yavin-Aufnahmen überwiegend anderswo oder am Rechner.