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Tikal · Bauwerke

Tempel IV: das höchste Bauwerk

Kurz gesagt

  • Rund 70 Meter hoch, das höchste bekannte Bauwerk des präkolumbischen Amerika.
  • Errichtet um 741 für Yik’in Chan K’awiil, den Sohn des Jasaw Chan K’awiil I.
  • Die Plattform ist über eine Holztreppe zugänglich und der beste Aussichtspunkt des Parks.
  • Von hier stammt die Einstellung, die 1977 in Star Wars zu sehen war.

Tempel IV steht am Westrand des Stadtzentrums, ein gutes Stück abseits vom Großen Platz. Mit rund 70 Metern ist er das höchste Bauwerk Tikals und, soweit bekannt, das höchste des gesamten präkolumbischen Amerika.

Anders gebaut als Tempel I

Die Höhe kommt nicht durch mehr Terrassen zustande, sondern durch Masse. Der Unterbau ist deutlich breiter und schwerer als bei Tempel I, der Tempelaufbau darauf verhältnismäßig klein. Tempel IV wirkt dadurch weniger elegant als sein bekannterer Nachbar, aber wuchtiger.

Ein großer Teil des Bauwerks steckt bis heute unter Erdreich und Bewuchs. Anders als am Großen Platz wurde hier nur so weit freigelegt und gesichert, wie es für den Aufstieg nötig war. Wer davorsteht, sieht deshalb eher einen bewaldeten Hügel mit einer Steinkrone als eine Pyramide.

Der Bauherr

Errichtet wurde der Tempel um 741 unter Yik’in Chan K’awiil, dem Sohn und Nachfolger des Jasaw Chan K’awiil I. Er führte die Erfolge seines Vaters fort und schlug weitere Nachbarstädte, unter anderem El Perú und Naranjo.

Zu Tempel IV gehören zwei geschnitzte Türstürze aus Sapotillholz, die zu den besterhaltenen Holzarbeiten der Maya überhaupt zählen. Sie zeigen den Herrscher unter einem großen Schutzgeist und wurden im 19. Jahrhundert nach Europa gebracht.

Der Aufstieg

Anders als Tempel I darf Tempel IV bestiegen werden, über eine an der Flanke montierte Holztreppe. Der Aufstieg ist steil und bei Feuchtigkeit rutschig, aber ungefährlich.

Oben sitzt man auf der Plattform hinter dem Tempelaufbau und blickt über ein geschlossenes Blätterdach, aus dem nur die Dachkämme der anderen Tempel herausragen. Das ist der Blick, der Tikal von jeder anderen Maya-Stätte unterscheidet: Man sieht die Stadt nicht, man sieht, was der Wald von ihr übrig gelassen hat.

Am frühen Morgen liegt der Nebel oft noch in den Senken. Die Sonnenaufgangstour führt genau hierher.

Yavin 4

Diese Aussicht ist der Grund, warum Tikal weltweit bekannter ist, als die meisten vermuten. Für Krieg der Sterne wurde 1977 von hier aus gefilmt, der Ort steht im Film für den Rebellenstützpunkt auf dem Mond Yavin 4. Mehr dazu unter Tikal als Yavin 4.

Rekonstruktion von Tempel IV, von unten gesehen, mit rot gefasster Fassade
Tempel IV: breiter Unterbau, kleiner Aufbau, hoher Dachkamm - rund 70 Meter. Mit KI erzeugte Rekonstruktionszeichnung, kein Foto.
Rekonstruktion von Tempel IV, von unten gesehen, mit rot gefasster Fassade

Tempel IV: breiter Unterbau, kleiner Aufbau, hoher Dachkamm - rund 70 Meter. Mit KI erzeugte Rekonstruktionszeichnung, kein Foto.

Zuletzt überarbeitet am 21.08.2026.

Quellen